Wegkreuze in Gunzenhaus

Wegkreuze in Gunzenhaus lourdes grotte

Gunzenhaus, Lourdes-Grotte (Otto-Wiegele-Weg)

Errichtet um 1850 (nach mündlicher Überlieferung).

Wegkreuze in Gunzenhaus lourdesgrotte madonnaBeschreibung: Lourdesgrotte, ursprünglich aus Bruchsteinen aufgemauert, heute mit Putz überzogen. In der Nische steht eine Madonna mit Rosenkranz (Lourdesmadonna), vermutlich aus Gips. Neben der Madonna kniend die Seherin Bernadette Soubirou mit Rosenkranz.

Geschichtliches: Die Grotte ist nach mündlichen Überlieferungen ca. 150 bis 160 Jahre alt. Anfangs war hier nur eine bildstockgrosse Grotte. Es gab auch einen kleinen Springbrunnen. So erinnerte sich Karl Brug­ger, der frühere Bürgermeister von Kehlen, daran, dass sie in den 1920er Jahren als Kinder bei der Feldarbeit zum Trinken an den Brunnen gerannt sind. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde die Grotte auf die heutige Größe erweitert. Später sollte auch der Springbrunnen wieder aktiviert werden, es stellte sich aber heraus, daß das Wasser zu viele Keime enthielt. Die Grotte wurde nach ihrer Erweiterung immer mehr zum Anziehungspunkt für Marienverehrer und Gläubige. Es sollen auch Gebetserhörungen stattgefunden haben, die aber nicht öffentlich gemacht wurden.

Die Grotte war über viele Jahrzehnte im Besitz der Bauernfamilie Brugger aus Gunzenhaus. Als der Hof Brugger aufgelöst wurde, kaufte die damalige Gemeinde Kehlen das Flurstück mit der Lourdesgrotte und dem Kreuz und stellte das Ensemble der Katholischen Kirchengemeinde St. Verena Kehlen zur Nutzung und Pflege zur Verfügung.

1988/89 wurde die Madonna durch Jugendliche zerstört. Zum Schutz wurde ein Schmiedegitter angebracht, seither ist die Nische verschlossen. Der damalige Pfleger der Grotte, Johann Eberle sen. aus Gerbertshaus und der Schlosser Herr Luibrand  aus Kehlen fertigten das kunstvolle Schmiedegitter an. Bei einer späteren Renovierungsmaßnahme wurde die Grotte aus Bruchsteinen rundum mit einem Putz überzogen. Mehr lesen

Wallfahrten und Andachten in der Grotte haben eine lange Tradition. Bis heute werden hier jährlich Maiandachten gefeiert.

Eigentümer: Gemeinde Meckenbeuren
Nutzung und Pflege: Katholische Kirchengemeinde St. Verena, Kehlen


Wegkreuze in Gunzenhaus lourdes kreuz

Gunzenhaus, Lourdes-Grotte (Otto-Wiegele-Weg)

Beschreibung: Holzkreuz mit blechbeschlagenem Holzdach, Korpus farbig gefasst. Die Beine parallel, in jedem Fuss ein Nagel. Am oberen Balkenende ist mit einem schmiedeeisernen Nagel ein Holzschild mit den Buchstaben „INRI” angebracht. Unterhalb des Korpus ist am Balken eine farbige Gipsplatte mit 2 Puttenköpfen, darunter die „Betenden Hände” nach Albrecht Dürer. Früher hing hier die Gipsnachbildung einer Lourdesgrotte, auf der eine Pieta aus Plastik angebracht war.

Geschichtliches: Nachforschungen nach der Geschichte dieses Feldkreuzes haben folgendes ergeben: Vor etwa 4 Generationen, also vor ca. 120 Jahren, soll beim damaligen Bauern Lehle in Buch (Gasthaus Löwen) ein Knecht beschäftigt gewesen sein, der von Kindheit an bei dieser Bauernfamilie Familienanschluss gehabt und im hohen Alter das sog. Gnadenbrot erhalten habe. Als Dank für dieses lebenslange Glück stiftete er das Feldkreuz. Als Standort habe er die Rückseite der Lourdesgrotte im Gunzenhauser Wäldchen, in dem er sich selbst gerne aufhielt, gewählt. Im Volksmund nannte man ihn deshalb auch den „Mariensepp”. Dieser Name war im Jahr 1997 auf Nachfragen manchen älteren Menschen im Ort noch ein Begriff.

Eigentümer: Gemeinde Meckenbeuren
Nutzung und Pflege: Katholische Kirchengemeinde St. Verena, Kehlen

 


(Von Josef Hummel, Brochenzell;
Quelle: Johann Eberle sen., Gerbertshaus/1997)

 


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